Programmleiter David Vladar (MA 65) stellt Wien gibt Raum beim Österreichischen Geodätentag 2018 vor

„Wien gibt Raum“ beim Österreichischen Geodätentag 2018

Beim Österreischichen Geodätentag 2018 wurde das Programm „Wien gibt Raum“ von Programmleiter David Vladar und den Fachexperten der MA 41 – Stadtvermessung Wien vorgestellt. Dabei wurde in zwei Sessions über die innovativen Lösungen der Stadt Wien berichtet:

  • Montag (14. Mai 2018) – Johannes Falkner: „Vorstellung der Tätigkeit bei der MA 41“
  • Donnerstag (17. Mai 2018) – Vortrag in der Session „Digitalisierung in Bewegung“ (moderiert von Lothar Eysn, MA 41)
    David Vladar/Markus Strondl: „Wien gibt Raum: Vom Konzept einer innovativen Verwaltung des öffentlichen Raums zum Mobile Mapping einer Großstadt“

Zusätzlich gab es einen Messestand, an dem interessierte Fachleute den Bilddatendienst „Kappazunder“ testen konnten. Auch das Mobile-Mapping-Auto war vor Ort. So konnten sich Besucherinnen und Besucher der Messe direkt einen Eindruck von der Technik verschaffen.

Auch im parallel erscheinenden Tagungsband ist ein umfangreicher Aufsatz über das Programm und seinen technischen Ansatz enthalten. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen der Fachcommunity zeigen, dass die Verbindung von Geodaten und modernen, digitalen Lösungen für Bürgerinnen und Bürger innovativ und zeitgemäß sind.

Johannes Falkner (MA 41) präsentiert beim Österreichischen Geodätentag

Johannes Falkner (MA 41) präsentiert beim Österreichischen Geodätentag

Markus Strondl (MA 41) präsentiert beim Österreichischen Geodätentag

Markus Strondl (MA 41) präsentiert beim Österreichischen Geodätentag

Das Team der MA 41 beim Geodätentag 2018

Das Team der MA 41 beim Geodätentag 2018

Fachleute der MA 41 gemeinsam mit einem Vertreter der Firma iNovitas, die die Befahrung durchführt

Fachleute der MA 41 gemeinsam mit einem Vertreter der Firma iNovitas, die die Befahrung durchführt

 

Die Befahrung des Wiener Stadtgebietes wird voraussichtlich bis Ende Mai dauern

Mobile Mapping bis voraussichtlich Ende Mai

Die Erfassung des öffentlichen Raumes ist eine wichtige Basis für alle weiteren Schritte von „Wien gibt Raum“. Aktuell sind ca. 88% des gesamten Stadtgebietes bereits erfasst. Die Befahrung wird voraussichtlich Ende Mai 2018 abgeschlossen sein – danach werden nur noch kleinere Bereiche nachgearbeitet, um eine vollständige Abdeckung zu gewährleisten.

In Summe waren die Fahrzeuge von „Wien gibt Raum“ bisher in 61 Tagen insgesamt 6.197 Kilometer unterwegs und haben damit knapp die Distanz des Erdradius zurückgelegt.

Parallel dazu werden die Bilddaten aufbereitet (also georeferenziert und anonymisiert). Das bereits aufbereitete Material beinhaltet exakt 618.876 Panoramabilder, die sich aus 8.045.388 Einzelbildern zusammensetzen. Die Expertinnen und Experten der MA 41 – Stadtvermessung überwachen diesen Prozess und sichern die Qualität anhand von Prüfpunkten. Das Ergebnis der Daten sieht dann in weiterer Folge so aus:

Beispiel für eine gute Georeferenzierung der Daten. Im Kappazunder sind die 3D Linien der Wiener Mehrzweckkarte den Bilddaten überlagert. Über den visuellen Eindruck kann man einfach erkennen, dass die unabhängig voneinander ermittelten Daten sehr gut zusammenpassen.

An dem Screenshot kann man gut ersehen, wie hoch die Qualität der Daten ist. Es können aufgrund der hohen Genauigkeit Daten aus unterschiedlichen Vermessungen miteinander kombiniert werden: Hier etwa Bilddaten aus der Mobile-Mapping-Befahrung mit 3D-Linien der Wiener Mehrzweckkarte (in grün).

Der Bilddatendienst wird im ersten Schritt den Dienststellen des Magistrats zur Verfügung gestellt. So können zeitnah Kosten durch „virtuelle Ortsaugenscheine“ gespart werden. Gleichzeitig wird begonnen, aus den vermessungsgenauen Bilddaten zusätzliche Objekte auszuwerten. Die so generierten Geodaten dienen der besseren Vernetzung und Koordination von Aktivitäten und Planungen im öffentlichen Raum. Sie sind auch die Grundlage für die weiteren Schritte des Programmes, die Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen zu Guten kommen.

Die ExpertInnen der MA 41 - Stadtvermessung Wien koordinieren die Erfassung des Wiener Stadtgebiets mit Mobile-Mapping-Technologie (Foto: PID/Christian Fürthner)

Die Befahrung startet wieder

Die Erfassung des öffentlichen Raumes mittels „Mobile Mapping“-Technologie ist ein wichtiger Teil des innovativen Vorhabens von „Wien gibt Raum“. Die Befahrung wurde im September 2017 begonnen und dann aufgrund des Winters unterbrochen. Bis dahin wurde etwa die Hälfte des Wiener Stadtgebietes erfasst.

Seit 27. März 2018 sind die Vermessungsfahrzeuge nun wieder im Wiener Stadtgebiet unterwegs. Sie erfassen nunmehr das verbliebene Stadtgebiet – vor allem die Außenbezirke – und schließen Lücken im bestehenden Datenmaterial. Die Erfassung des gesamten Stadtgebietes wird damit voraussichtlich Ende Mai abgeschlossen sein.

Die Befahrung wird von den ExpertInnen der MA 41 – Stadtvermessung Wien koordiniert. Zudem wird momentan auch die Anonymisierung und die exakte Ausrichtung der Bilddaten am Wiener Koordinatensystem vorgenommen. Mit diesen hochqualitativen Daten arbeitet der Magistrat der Stadt Wien an Lösungen, um die Nutzung des öffentlichen Raumes für BürgerInnen und Unternehmen zu vereinfachen.

Das Befahrungsfahrzeug von Wien gibt Raum (Bohmann/Bubu Dujmic)

Befahrung bis zum Frühjahr unterbrochen – bisher höchst erfolgreicher Verlauf

Von 25.09.2017 bis 27.11.2017 waren die „Wien gibt Raum“-Fahrzeuge in der Stadt Wien unterwegs, und haben in diesem Zeitraum an insgesamt 38 Tagen eine Wegstrecke von 3.515 km zurückgelegt. Dies entspricht z.B. der Strecke Wien – Marrakesch oder einem Hundertstel der Strecke zwischen Erde und Mond!

Dabei war der sonnige Herbst für die Befahrung günstig – an nur zwei Tagen musste wegen Regens abgebrochen werden. Auf Grund der Wetterlage haben die Fahrzeuge nun Winterpause. Denn Sonnenstand, Tageslänge und Wetter erlauben keine sinnvolle Datenerfassung mehr. Die Fortsetzung der Datenerfassung findet im Frühjahr 2018 statt.

Die Hälfte des Stadtgebiets erfasst

Bezogen auf die zu erfassenden Bereiche wurden aktuell rund 50% mit Daten abgedeckt, wobei in Summe rund 17 Millionen Einzelbilder bzw. ca. 35 Terrabyte an Daten aufgenommen wurden. Die Fahrzeuge nehmen ihre Daten im normalen Stadtverkehr auf, und lösen die Kameras je nach Situation mit einen Abstand von 3 bis 5 m aus. Pro Fahrzeugposition werden insgesamt 13 Einzelbilder aufgenommen.

Die bis jetzt gesammelten Daten werden über die Wintermonate aufbereitet. 17 Millionen Bilder müssen an die korrekten Positionen der Stadt wandern, radiometrisch und geometrisch verbessert werden und abschließend in 3D Bilder umgewandelt werden. Die in den Bildern ersichtlichen Personen und Kennzeichen werden anonymisiert. Parallel dazu wird die nötige interne IT Infrastruktur geschaffen und eine große Datenbank aufgebaut. Weiterführend werden die aufbereiteten Mobile-Mapping-Daten stückweise im Magistrat eintreffen und von der MA 41 – Stadtvermessung einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen.

Durch die Unterbrechung entstehen der Stadt Wien keine zusätzlichen Kosten und es kommt zu keiner relevanten Verzögerung innerhalb des Programmes „Wien gibt Raum“.

Fahrzeug zur Vermessung "Mobile Mapping"

Start der Befahrung

Seit heute sind bis zu drei Vermessungsfahrzeuge von „Wien gibt Raum“ im Wiener Stadtgebiet unterwegs …