Die Wiener Bezirksämter sind mit jährlich 4,5 Millionen Kundinnen- und Kundenkontakten und 1,5 Millionen Erledigungen im behördlichen Bereich eine der wichtigsten Schnittstellen der Wiener Stadtverwaltung zu den Bürgerinnen und Bürgern. Das Magistratische Bezirksamt (MBA) ist als Genehmigungs-, Aufsichts- und Strafbehörde auch erste Anlauf- und Servicestelle für alle Gewerbetreibenden in Wien.

Auch die beliebten Wiener Schanigärten fallen in den Aufgabenbereich der Magistratischen Bezirksämter (MBÄ). Im Rahmen von „Wien gibt Raum“ ist es ein wichtiges Ziel, den Aufwand für Genehmigungsverfahren von Schanigärten zu verringern und zu beschleunigen. Als ersten Schritt gibt es seit Dezember 2017 eine Checkliste und einen Kriterienkatalog anhand dessen die MBÄ Schanigärten im Hinblick auf das Ortsbild beurteilen und genehmigen können. Diese Aufgabe wurde zuvor von der Fachabteilung MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) wahrgenommen. Mit der neuen Vorgehensweise können ganz leicht 2 Wochen an Verfahrensdauer eingespart werden – nur in schwierigen Fällen bei manchen Neubeantragungen wird – wie bisher – die Expertise der MA 19 eingeholt.

Franz Kobermayer, Leiter der MA 19 (Foto: Christian Fürthner)

„’Wien neu denken‘ gab uns die Möglichkeit, tief in die Aufgabenkritik einzusteigen und auch Jahrzehnte lang praktizierte Abläufe zu hinterfragen. Es freut mich sehr, dass die zuständigen MBAs hier die Bereitschaft hatten, gemeinsam tiefgreifend den Genehmigungsablauf für Schanigärten zu vereinfachen. Als positiver Nebeneffekt sind nun in der MA19 die Ressourcen frei, mehr Gestaltungskonzepte für öffentliche Räume im Haus zu planen, was zusätzlich Kosten für die Stadt Wien spart.“

Verfahrensvereinfachung

Etwa zwei Drittel aller Schanigartengenehmigungen werden im MBA 1/8 vorgenommen. Dort wurden alleine im Dezember 2017 und Jänner 2018 insgesamt 230 Anträge mit der neuen Methode bearbeitet. Fazit: Die neue Verfahrensvereinfachung ist für alle ein Gewinn. Eva Schantl-Wurz, Leiterin des MBA 1/8, dazu:

Eva Schantl-Wurz, Leiterin des MBA 1/8 (Foto: Schaub-Walzer/PID)

„Ganz im Sinne der Verwaltungsreform ‚Wien neu denken‘ betreiben wir eine Aufgabenkritik und beschleunigen Prozesse. Ich finde es schön, wenn sich – wie in diesem Fall –Dienststellen zusammentun, um gemeinsam ein Verfahren zu beschleunigen. Schließlich sollen möglichst wenige Stellen eine einzelne Angelegenheit in die Hand nehmen. Das Ergebnis ist eine Win-Win Situation, bei der sowohl die KundInnen als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Magistrats gewinnen.“

Schanigarten Sprechtage

Übrigens bietet das MBA 1/8 seit April 2017 sogenannte Schanigarten-Sprechtage an. Dabei wird für die Bezirke 1 und 3 bis 8 an jedem zweiten Donnerstag im Monat für UnternehmerInnen von 14 bis 16 Uhr die Möglichkeit geboten, die wichtigsten Fragen rund um den Schanigarten gemeinsam mit ExpertInnen der Magistratsabteilung 19 – Architektur und Stadtgestaltung und der Magistratsabteilung 46 – Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten zu klären.

Die Sprechtrage bieten UnternehmerInnen die Einreich-Unterlagen in einem „Schanigarten-One-Stop-Shop“ unbürokratisch und schnell zu besprechen. Dadurch optimiert die Stadt Wien ihre Beratungsleistungen und erleichtert Betrieben die Abwicklung des Schanigarten-Verfahrens (Terminvereinbarung unter: +43 1 4000 01243 oder +43 1 4000 01267).

Online One-Stop-Shop ab 2020

Im Zuge von „Wien gibt Raum“ ist geplant, im Jahr 2020 einen Online One-Stop-Shop für Schanigartenanträge zu ermöglichen. So können UnternehmerInnen ihren Antrag direkt online einreichen. Dabei werden sie von einem Assistenten unterstützt. So kommt der Antrag direkt an die richtige Stelle. In Kombination mit der Nutzung von Bilddaten aus der Befahrung  können zudem Ortsaugenscheine eingespart werden, wodurch das Verfahren nochmals beschleunigt wird.